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Akupunktur


Einleitung
Wirkung
Therapie (Beispiel: Nikotinentzug / Raucherentwöhnung, Adipositas / Fettsucht)
Weiterführende Literatur



Einleitung

Abgeleitet aus dem Lateinischen acus = Nadel und punctura = das Stechen, der Stich, bedeutet Akupunktur ersteinmal nichts anderers als das "Stechen mit einer Nadel".

Obwohl die Akupunktur nur einen geringen Teil im Gesamtgebäude der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ausmacht, hat bisher nur die Akupunktur in größerem Ausmaß in der westlichen Medizin Eingang gefunden. Das mag daran liegen, daß sich mit Ausnahme der Akupunktur, die anderen Disziplinen der TCM mit denen der westlichen Naturheilverfahren vergleichen lassen.

Zu den weiteren Therapieverfahren der TCM werden gezählt: Qi-Gong (chinesische Atem- und Meditationstherapie), Tai-Ji-Quan (chinesische Bewegungsübungen, Gymnastik), Massagen, Diätetik und eine sehr umfangreiche Phytotherapie.

Bei den insgesamt 361 Akupunkturpunkten handelt es sich um genau festgelegte Hautpunkte. Diese Hautpunkte liegen wie Perlen an einer Schnur aufgereiht auf 14 Merdianen. Die Meridiane können als ein System von Kanälen oder Leitbahnen aufgefaßt werden, die die Akupunkturpunkte miteinander verbinden und vernetzen.

In den Meridianen kreist unaufhörlich das Qi, was übersetzt annäherungsweise soviel bedeutet wie Lebenskraft, Lebensenergie.

Im gesunden Zustand kann das Qi harmonisch sämtliche Körperbereiche durchfließen. Im kranken Organismus zeigen sich dagegen immer Störungen des Qi-Flusses. Aufgabe der Akupunktur ist es somit, den gestörten Fluß der Lebenskraft, der Lebensenergie also des Qi wieder in ein stabiles Fließgleichgewicht zu bringen.

Wichtig ist es darauf hinzuweisen, daß die Akupunktur dann erfolgversprechend eingesetzt werden kann, solange nur eine Störung einer Organfunktion vorliegt; dagegen kann eine bereits zerstörte Organfunktion nicht mehr wirksam therapiert werden.


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Wirkung

Nachgewiesen wurden v.a. schmerzstillende Wirkungen. Darüber hinaus bestehen aber auch Wirkungen auf das humoral-endokrine System (vermehrte Ausschüttung von Hormonen, beispielsweise körpereigener Opiate = Endorphine), das vegetative Nervensystem (z.B. verbesserte Durchblutung der Extremitäten), das Immunsystem (z.B. Abnahme von Immunglobulin E und eosinophiler Leukozyten) und die Muskulatur (z.B. Nachlassen muskulärer Verspannungen).

Aufgrund der vielfältigen Akupunkturwirkungen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits Mitte der 1970iger Jahre als Empfehlung eine umfangreiche Liste mit Erkrankungen aufgestellt, bei denen der Einsatz der Akupunktur inidiziert ist.

Ebenso wird seit Mitte der 1970iger Jahre die Akupunktur erfolgreich zur ambulanten Therapie bei Suchterkrankungen eingesetzt. Das praktische Vorgehen sei näher erklärt am Beispiel der Raucherentwöhnung und der Behandlung der Adipositas, die im allgemeinen Sprachgebrauch nicht zu Unrecht auch als Fettsucht bezeichnet wird.

Anmerkung: einer Akupunkturbehandlung der Adipositas muß eine schulmedizinische Abklärung einer hormonell bedingten Stoffwechselstörung vorausgehen (z.B. Cushing-Syndrom, Hypothyreose)


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Therapie

Bei der Raucherentwöhung bzw. zur Behandlung der Adipositas kann sowohl die Ohr- als auch die Körperakupunktur oder aber die Kombination von Ohr- und Körperakupunktur angewandt werden.

Eine Akupunkturserie besteht im Durchschnitt aus 10 - 15 Sitzungen. Die Erstsitzung dauert etwa 60 Minuten, da dem ersten "Stich" mit der Nadel eine Problembeschreibung seitens des Patienten vorausgeht. Dabei sollen alle Faktoren benannt werden, die den Patienten immer und immer wieder zu dem Suchtmittel (Nikotin bzw. Nahrungsmittel) greifen lassen. Die Folgesitzungen dauern dann nur noch etwa 30 Minuten.



Behandlungsschema Suchtakupunktur
1. Woche 2. Woche 3. Woche 4. Woche ab der 5. Woche (falls noch erforderlich)
3 - 5 x wöchentlich 3 - 5 x wöchentlich 2 x wöchentlich 2 x wöchentlich 1 - 4 x im Monat


Da ein akuter Entzug einen kranken Menschen in der Regel noch kränker macht, erfolgt parallel zur Akupunkturtherapie das Absetzen der Suchtmittel (Nikotin bzw. Nahrungsmittel) als Teilentzug, d.h. die Suchtmitteldosis wird stufenweise reduziert.

Der Vorteil eines gelungenen Teilentzugs liegt darin, den Patienten zu motivieren. Ebenso verbessert er das Selbstwertgefühl und hilft beim Aufbau von Selbstdisziplin.

Die langfristigen Erfolgsaussichten liegen bei diesem Vorgehen bei mehr als 70 %.


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Weiterführende Literatur

Dem interessierten Leser sei nachfolgend aufgeführte Literatur empfohlen:

  1. Gendo U., Gerhart G., Praxishandbuch Chinsesische Medizin, Phytotherapie und Akupunktur. Urban & Fischer, München - Jena, 2000.
  2. Gleditsch J.M., Akupunktur. In Melchart D. (Hrsg.), Naturheilverfahren. Schattauer, Stuttgart - New York, 2002.
  3. Hecker U., Steveling A., Peuker E., Kastner J., Lehrbuch und Repetitorium Akupunktur. Hippokrates, Stuttgart, 2001.
  4. Kaptschuk T. J., Das große Buch der Chinesischen Medizin. Die Medizin von Yin und Yang in Theorie und Praxis. Wilhelm Heyne, München, 1999.
  5. Lehmann H. J., Akupunkturpraxis. Chinesische Standardtherapie mit Relevanzkarten. Urban & Fischer, München - Jena, 1999.
  6. Oudemans E., Akupunktur in der Alkohol- und Drogenentzugsbehandlung. Hippokrates, Stuttgart 2000.
  7. Petricek U., Meng A., Kubiena G., Petricek E., Handbuch der Akupunktur. Genehmigte Sonderausgabe, Orbis, München, 2001.
  8. Richter K., Becke H., Akupunktur. Tradition - Theorie - Praxis. Gustav Fischer, Stuttgart - New York, 1989.
  9. Unschuld P.U., Chinesische Medizin. C.H. Beck, München, 2003.


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